Bluthochdruck – eine Volkskrankheit

Bluthochdruck ist eine gefährliche, doch vielfach unterschätzte Erkrankung. Denn nicht oder nicht gut behandelt verursacht Bluthochdruck Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, an denen hierzulande mehr Menschen sterben als an Krebs. Das müsste nicht sein, denn: regelmäßige vorbeugende Kontrollen und eine konsequente Behandlung können helfen Folgeerkrankungen zu verhindern und Leben zu retten.

Bluthochdruck -  eine Volkskrankheit
In den Blutgefäßen unseres Körpers befindet sich das Blut ständig in Bewegung. Motor des Blutstroms ist das Herz, das sich unter Normalbedingungen rund siebzig Mal pro Minute zusammenzieht und das Blut auf seine Reise schickt. Die Höhe des hierbei erzeugten Blutdrucks wird von zwei Faktoren bestimmt: von der Schlagkraft des Herzens und dem Durchmesser der Arterien – je enger das Blutgefäß, desto höher der Druck. Die Arterien – sie transportieren das sauerstoffreiche Blut zu den Organen - sind dabei keine starren Rohre, sondern verfügen über elastische Wände. Sie können sich so den jeweiligen Anforderungen anpassen und den Blutdruck innerhalb gewisser Grenzen regulieren.
Da sich das Herz rhythmisch bewegt, verändert sich der Blutdruck mit den verschiedenen Bewegungsphasen des Herzmuskels: zieht sich das Herz in der medizinisch als Systole bezeichneten Phase zusammen, um das Blut in die Schlagadern zu drücken, erreicht der Blutdruck beim Blutauswurf sein Maximum, während er bei der Erschlaffung des Herzmuskels – in der sogenannten Diastole - auf den untersten Messwert absinkt. Um dieser natürlich bedingten Druckdifferenz Rechnung zu tragen, werden bei der Blutdruckmessung immer zwei Werte angegeben: der systolische Blutdruck und der diastolische Blutdruck.

Blutdruckwerte und ihre Bedeutung

Der Messwert für den Blutdruck wird in „Millimeter Quecksilbersäule“ (mmHg, sprich: Millimeter Ha-Ge) angegeben. Diese Einheit stammt noch aus der Zeit, als man quecksilbergefüllte Messgeräte zum Blutdruckmessen benutzte. Der optimale Blutdruck eines gesunden Erwachsenen liegt in Ruhe systolisch bei 120 mmHg und diastolisch bei 80 mmHg. Als normale Blutdruckwerte werden Werte unter 140/90 mmHg bezeichnet. Steigt der Blutdruck jedoch über diese oberen Grenzwerte hinaus, spricht man von Bluthochdruck, medizinisch: Hypertonie.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: häufigste Todesursache

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck ist eine tückische Erkrankung, die oft jahrelang unbemerkt verläuft, da der Patient keine oder nur schwache Symptome verspürt und sich auch ansonsten nicht in seinem Wohlbefinden eingeschränkt fühlt. Oft wird Bluthochdruck deshalb erst erkannt, wenn schwere Folgeerkrankungen eingetreten sind. Oder er wird trotz ärztlicher Diagnose und entsprechender Warnung vom Patienten auf die leichte Schulter genommen. Diesen Fehler sollten Sie nicht begehen, wenn bei Ihnen eine Tendenz zu Bluthochdruck festgestellt wurde. Denn Bluthochdruck ist keine Bagatelle: unbehandelt kann er zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Schlaganfall und Herzinfarkt führen. An diesen sterben mehr Menschen als an Krebs – Jahr für Jahr sind fast die Hälfte aller Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Wie bei vielen anderen chronischen Erkrankungen gilt daher auch hier: regelmäßige vorbeugende Kontrollen und eine konsequente Behandlung können Leben retten.

Jeder zweite Deutsche hochdruckkrank

Im Weltdurchschnitt leidet jeder vierte Erwachsene unter einem krankhaft erhöhten Blutdruck – das bedeutet: jetzt schon sind etwa eine Milliarde Menschen betroffen. Experten schätzen, dass die Zahl innerhalb weniger Jahre noch deutlich steigen wird. In keiner Industrienation weisen jedoch so viele Menschen einen Bluthochdruck auf wie in Deutschland. In der Altersgruppe der 18- bis 79-Jährigen hat in Deutschland jeder Zweite (55%) zu hohe Blutdruckwerte. Zum Vergleich: in den USA sind es 23%, in den meisten europäischen Ländern 30 bis 40%.
Altersnormierte Häufigkeit der Hypertonie
Der hohen Zahl von Hochdruckkranken stehen Mängel bei der Erkennung, vor allem aber bei der Behandlung der Hypertonie gegenüber. Einer großen deutschen Erhebung zufolge wird der Bluthochdruck bei ungefähr jedem dritten Betroffenen nicht erkannt. Von den Patienten, bei denen die Krankheit diagnostiziert und behandelt wird, erreicht nicht einmal jeder Dritte normale Blutdruckwerte.
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