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Der GAU im Gehirn: Schlaganfall

Der wichtigste Risikofaktor, einen Schlaganfall zu erleiden, ist der Bluthochdruck. Durch eine wirksame Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten kann das Risiko deutlich reduziert werden. In Deutschland erhalten zwar viele Hochdruckkranke Medikamente, aber häufig ist der Blutdruck trotzdem nicht gut genug kontrolliert. Die Folge: Pro 100.000 Einwohner sterben hierzulande 41 an einem Schlaganfall – in den USA nur 28.

Schlaganfall
Der Schlaganfall ist ein Schicksalsschlag für die Betroffenen und ihre Familien: jeder fünfte Schlaganfallpatient stirbt innerhalb von vier Wochen, mehr als jeder Dritte innerhalb eines Jahres. Von denen, die überleben, bleiben viele ihr Leben lang beeinträchtigt. Zwar erlangt ein Teil der Menschen nach einem Schlaganfall alle oder die meisten Körperfunktionen wieder und kann einem normalen Leben nachgehen, doch andere sind körperlich und geistig für immer gezeichnet. Außerdem muss jeder, der einen Schlaganfall erlitten hat, mit einem erhöhten Risiko rechnen, dass ihn ein weiterer trifft.

Bluthochdruck – Risikofaktor Nr. 1

Bluthochdruck
Bluthochdruck ist der wichtigste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Dabei steigt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mit Dauer und Höhe des Bluthochdrucks. Umgekehrt verringert eine Behandlung, die einen zu hohen Blutdruck senkt, das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Deutschland ist diesbezüglich leider "Entwicklungsland", denn nur 30 % aller Hochdruckkranken erhalten eine medikamentöse Behandlung, die ihren Blutdruck effektiv senkt. Pro 100.000 Einwohner sterben in Deutschland denn auch 41 an den Folgen eines Schlaganfalls, in den USA, in denen 53 % der Hypertoniker mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden, sind es dagegen nur 28.

Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns, wodurch es unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird und Teile des Gehirngewebes absterben können. Je nach Ursache unterscheidet man zwei verschiedene Schlaganfall-Formen: entweder ist die Blutzufuhr zum oder im Gehirn durch arteriosklerotische Plaques (Vgl. hierzu Kapitel Hochdruckfolge Arteriosklerose) oder aus ihnen entstandene Blutgerinnsel unterbrochen (ischämischer Schlaganfall) oder ein Blutgefäß im Gehirn platzt, sodass es zu einer Einblutung kommt, die das Gewebe zerstört (hämorrhagischer Schlaganfall).

Symptome eines Schlaganfalls

Meist beginnt ein Schlaganfall plötzlich und schreitet sehr schnell fort, d.h. er führt innerhalb von Minuten zu Ausfallserscheinungen. Seltener entwickelt sich ein Schlaganfall langsam über mehrere Stunden oder Tage. Abhängig davon, welche Teile des Gehirns beim Schlaganfall betroffen sind, kommt es beispielsweise zu folgenden Symptomen:
Empfindungsstörungen oder Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite
Teilweiser oder kompletter Verlust des Seh- oder Hörvermögens oder Doppeltsehen
Sprachstörungen, Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden und auszusprechen
Ohnmacht oder Benommenheit
Bewusstseinsstörungen
Gleichgewichtsstörungen und Stürze
Plötzlicher, extrem starker Kopfschmerz
Übelkeit
Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, denn das Gehirn reagiert sehr empfindlich auf Blut- und Sauerstoffmangel, so dass die ersten Nervenzellen binnen weniger Minuten unwiderruflich Schaden nehmen. Je früher ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer sind die Überlebenschancen und desto geringer die negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen. Obwohl viele der genannten Warnzeichen auch Symptome anderer Erkrankungen sein können, sollte man sofort das nächste Krankenhaus aufsuchen oder den Notarzt rufen.

Vorbote des Schlaganfalls

Schlaganfall
Zwar heißt es meist, der Schlaganfall sei wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen. Vorboten sind jedoch bei manchen Patienten schon vorher spürbar: kurzfristige Mangeldurchblutungen (medizinisch Ischämien) mit Störungen der Gehirnfunktion. Der Arzt spricht dann von einer transitorischen (vorübergehenden) ischämischen Attacke (abgekürzt TIA). Die Symptome einer TIA sind denen des Schlaganfalls ähnlich, insgesamt jedoch schwächer ausgeprägt und nur von kurzer Dauer: sie halten in der Regel zwischen zwei bis dreißig Minuten an, nur selten dauern sie länger als eine oder zwei Stunden. In etwa einem Drittel der Fälle folgt der TIA ein Schlaganfall und etwa die Hälfte dieser Schlaganfälle geschieht innerhalb von einem Jahr nach der TIA.

Was können Sie selbst tun?

Bluthochdruck als Risikofaktor für einen Schlaganfall gehört neben einem erhöhtem Cholesterin und Rauchen zu den Faktoren, die man selbst positiv beeinflussen kann. Was Sie selbst für einen gesunden Lebensstil tun können, der der Entstehung eines Bluthochdruckes entgegen wirkt oder einen bereits diagnostizierten Bluthochdruck günstig beeinflusst, lesen Sie im
Kapitel "Werden Sie aktiv"
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