Hochdruckfolge ArterioskleroseBluthochdruck zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung schwerwiegender Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Die durch den Bluthochdruck geförderte Arteriosklerose spielt dabei eine wichtige Rolle.Bluthochdruck verursacht meist keine spezifischen Beschwerden. Das ist auch der Grund, weshalb er häufig erst entdeckt wird, wenn bereits Schäden an den Gefäßen oder lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Herz oder Nieren eingetreten sind und diese zu Symptomen führen.
Warum ein zu hoher Blutdruck solche sogenannten "Folgeerkrankungen" verursacht, ist heute gut verstanden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Verkalkung der Arterien – die sogenannte Arteriosklerose. Arteriosklerose – was ist das?![]() Innenansicht einer Arterie im gesunden Zustand, d.h. mit glatter, unveränderter Gefäßwand. Die kleinen "Scheiben" sind Blutzellen, die den Sauerstoff zu den Organen transportieren. Unter Arteriosklerose – auch Atherosklerose oder umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt – versteht man eine Verengung und Verhärtung der Arterien durch Ablagerungen in den Gefäßwänden. Eine gesunde Arterie hat elastische Wände, um sich erweitern zu können, wenn mehr, und sich zu verengen, wenn weniger Blut hindurchfließen muss. So wird der Blutfluss dem Bedarf der Organe angepasst. Bei einer fortgeschrittenen Arteriosklerose funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr, weil die Arterien nicht mehr bedarfsgerecht erweitert und verengt werden können. Der Blutfluss durch das betroffene Gefäß wird gedrosselt, die Körperregion, die von dieser Arterie mit Blut durchströmt wird, gerät in Gefahr, nicht mehr ausreichend versorgt zu werden. Je nachdem welches Gefäß von der Arteriosklerose betroffen ist, entstehen also Versorgungsmängel und dadurch Folgeschäden an verschiedenen Organen – dem Gehirn, dem Herzen, den Nieren oder den Gliedmaßen.
Wie Arteriosklerose entsteht![]() Entwicklung eines arteriosklerotischen Plaques durch fetthaltige Ablagerungen im Gefäß Eine Arteriosklerose ist nicht von heute auf morgen da, sondern entwickelt sich langsam im Laufe vieler Jahre. Zur Arterioskleroseentstehung gibt es unterschiedliche Theorien. Im Wesentlichen wird davon ausgegangen, dass am Beginn der Entwicklung einer Arteriosklerose scheinbar geringfügige Verletzungen der glatten Gefäßinnenhaut, dem sogenannten Endothel, stehen, begünstigt durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder Diabetes mellitus. In den geschädigten Bereichen lagern sich vermehrt Entzündungszellen und Blutfette an. Folge ist ein allmählicher Gewebeumbau, der in der Bildung sogenannter arteriosklerotischer Plaques endet: einer fett- und cholesterinhaltigen Ablagerung in der Gefäßwand, die an ihrer Oberfläche von einer Hülle aus Bindegewebe (Bindegewebskappe) zusammengehalten wird. Mit der Zeit wächst der Plaque dann stetig in das Gefäßlumen ein, verengt das Blutgefäß und stört die Durchblutung hinter der Engstelle. Außerdem verhärten Kalkeinlagerungen die Arterienwand zunehmend und das Blutgefäß verliert seine Elastizität.
Die Entstehung von arteriosklerotischen Plaques findet bevorzugt an besonders anfälligen Stellen des Gefäßes statt, beispielsweise wo sich Arterien verzweigen, weil die ständigen Turbulenzen an diesen Stellen die Gefäßwand verletzen. Solche Verletzungen werden auch durch einen zu hohen Blutdruck begünstigt – die Gefäßwände stehen buchstäblich "unter Druck" und werden empfindlicher für den Angriff der anderen Risikofaktoren. Folgen der ArterioskleroseVon der Arteriosklerose befallene Arterien werden mit der Zeit also immer unelastischer und durch die wachsenden Plaques immer enger. Je nachdem, in welcher Körperregion sich diese Prozesse abspielen, resultieren Durchblutungsstörungen mit unterschiedlichen Symptomen:
Heute weiß man aber, dass die Arteriosklerose nie nur eine Körperregion alleine befällt. Symptome seitens des Herzens können ein Zeichen dafür sein, dass auch dem Gehirn Gefahr droht. Und wer an einer pAVK leidet, ist hochgradig gefährdet, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
Gehirn und Herz in Gefahr![]() Eine arteriosklerotische Plaque kann mit der Zeit auch brüchig werden und einreißen. Dann kommt das Material aus dem Inneren der Plaque in Kontakt mit dem Blut, das darauf am Ort des Einrisses Gerinnungsprozesse in Gang setzt, um den Defekt zu verschließen. Dieser an sich sinnreiche Mechanismus erweist sich bei der Arteriosklerose als fatal: das entstehende Gerinnsel (Thrombus) kann die Arterie verstopfen, sodass das dahinter liegende Gewebe ganz plötzlich nicht mehr mit Blut versorgt wird – lebensbedrohliche Ereignisse sind die Folge, etwa in Form eines Schlaganfalls oder Herzinfarktes. Ein solches Gerinnsel kann aber auch mit dem Blutstrom in einen anderen Bereich gelangen, wo es dann das Gefäß eines anderen Organs verschließen kann. Medizinisch bezeichnet man das als sogenannte Embolie. Je nach betroffenem Gefäß bzw. Organ können die Folgen dort ebenfalls schwerwiegend sein.
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