Herzschwäche, koronare Herzerkrankung und Herzinfarkt
Bluthochdruck kann verschiedene Krankheiten am Herzen begünstigen. Beim Herzinfarkt zählt er mit zu den wichtigsten Risikofaktoren. Zu hoher Blutdruck führt aber auch zu einer Überbelastung des Herzens, die unbehandelt in einer Herzschwäche enden kann.
Das Herz ist der Motor für den Blutstrom durch unseren Körper. Ist der Blutdruck erhöht, muss das Herz monate- oder jahrelang ungewöhnlich schwer arbeiten, so dass es sich – wie jeder andere Muskel auch – vergrößert. Anders als bei den Muskeln an Armen oder Beinen führt dies aber nicht dazu, dass das Herz quasi besser trainiert und leistungsfähiger wird – im Gegenteil: ernsthafte Erkrankungen des Herzens sind die Folge.
Bluthochdruck und chronische Herzschwäche
Die Vergrößerung des Herzens durch Bluthochdruck betrifft vor allem die linke Herzkammer, denn sie versorgt den großen Körperkreislauf. Der Arzt spricht von der „linksventrikulären Hypertrophie“ (Ventrikel = Hauptkammer des Herzens, Hypertrophie = übermäßiges Wachstum), die das erste Zeichen eines beginnenden Herzschadens durch zu hohen Blutdruck ist. Das Wachstum des Herzmuskels sorgt nämlich nur anfangs für eine stärkere Kontraktion des Herzens. Muss das Herz jedoch langfristig mit durchschnittlich 70 Schlägen pro Minute - also mehr als 100.000 Schlägen pro Tag! - gegen einen zu hohen Druck in den Gefäßen ankämpfen, wird es überlastet. Der Herzmuskel nimmt unwiderruflich Schaden, seine Pumpfähigkeit geht durch die dauerhaft hohe Belastung schließlich zurück. Eine chronische Herzschwäche – medizinisch Herzinsuffizienz - entsteht.
Symptome der chronischen Herzschwäche
Die chronische Herzschwäche führt zu schweren Beeinträchtigungen. Anfänglich fühlen die Betroffenen sich bei körperlicher Belastung müde und schwach, weil ihre Muskeln nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Ist das Herz schon stark geschwächt, können sich die Patienten praktisch kaum mehr fortbewegen, weil der Herzmuskel die hierfür notwendige Leistung des Herzens einfach nicht mehr erbringen kann.
Bluthochdruck als Risikofaktor für Herzinfarkt
Ein zu hoher Blutdruck begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose, die durch verdickte und starr werdende Arterienwände mit fetthaltigen Ablagerungen – sogenannten Plaques - gekennzeichnet ist (Vgl. hierzu
Kapitel Hochdruckfolge Arteriosklerose). Hiervon können auch die Blutgefäße betroffen sein, die das Herz versorgen. Je stärker sich die Herzkranzgefäße - medizinisch Koronararterien oder Koronarien - verengen, desto schlechter wird der Herzmuskel mit Blut versorgt. Hierdurch kommt es zu einer Mangelversorgung des Herzens, die dessen Leistungsfähigkeit begrenzt und unter zu hoher Belastung zu Schmerzen in der Brust führen kann. Der Arzt bezeichnet dies als koronare Herzkrankheit, kurz KHK.
Eine Plaque in einem Herzkranzgefäß kann mit der Zeit aber auch brüchig werden und einreißen, so dass das Blutgerinnungssystem einspringen muss, um den Riss zu verschließen. Das entstehende Gerinnsel verengt das Herzkrankgefäß ganz plötzlich, sodass ein Teil des Herzens schlagartig unterversorgt oder ganz von der Blutversorgung abgeschnitten ist. Der lebensbedrohliche Notfall Herzinfarkt tritt ein, bei dem Teile des Herzmuskels absterben können, so dass irreparable Schäden am Herzen entstehen können. Solche Schäden verringern wiederum die Pumpleistung des Herzens – jeder Herzinfarkt erhöht deshalb das Risiko, dass eine chronische Herzschwäche entsteht.
Symptome des Herzinfarkts
Das deutlichste Symptom bei einem Herzinfarkt ist gewöhnlich ein Schmerz in der Brustmitte, der bis in den Rücken, in den Kiefer oder in den linken Arm ausstrahlen kann. Seltener ist dieser Schmerz auch im rechten Arm oder im Bauch spürbar. Andere mögliche Symptome sind ein starkes Engegefühl mit heftigem Druck im Brustkorb, Atemnot, das Gefühl, ohnmächtig zu werden und/oder starkes Herzklopfen zu haben, begleitet von kaltem Schweißausbruch und einem Gefühl der Todesangst.
Ein Herzinfarkt ist ein medizinischer Notfall! Auch wenn eine Reihe anderer Erkrankungen ähnliche Schmerzen und Symptome hervorrufen kann, sollte man sofort das nächste Krankenhaus aufsuchen oder einen Notarzt rufen.
Was können Sie selbst tun?
Bluthochdruck als Risikofaktor für die Entwicklung von Herzerkrankungen gehört neben einem erhöhtem Cholesterin und Rauchen zu den Faktoren, die man selbst positiv beeinflussen kann. Was Sie selbst für einen gesunden Lebensstil tun können, der der Entstehung eines Bluthochdruckes entgegen wirkt oder einen bereits diagnostizierten Bluthochdruck günstig beeinflusst, lesen Sie im