Weiterführende Untersuchungen

Da Bluthochdruck schwerwiegende Folgeerkrankungen mit sich bringen kann, werden auf der Suche nach eventuell vorhandenen Organschäden weiterführende Untersuchungen vorgenommen. Manche werden ausschließlich vom spezialisierten Facharzt für Kardiologie angeboten. Außerdem muss eine sekundäre Hypertonie, d.h. eine auf organische Ursachen zurückgehende Hypertonieform möglichst sicher ausgeschlossen werden.

Bluthochdruck kann jahre- bis jahrzehntelang keine spezifischen Beschwerden verursachen. Um Hinweise auf in dieser Zeit bereits aufgetretene Schäden an den Gefäßen und/oder Organen wie Gehirn, Herz oder Nieren zu erhalten, nimmt der Arzt weitere Untersuchungen vor.

Elektrokardiogramm

Elektrokardiogramm
Eine Messung der Herzströme in Ruhe und unter Belastung liefert neben der Ultraschalluntersuchung des Herzens konkrete Hinweise darauf, ob bereits Schäden am Herzen vorliegen. Das Elektrokardiogramm, kurz EKG, misst die Reizleitung im Herzmuskel und gibt Aufschluss darüber, ob die Herzfunktion gestört ist.

Im so genannten Belastungs-EKG (medizinisch Ergometrie) wird kontrolliert, ob unter körperlicher Belastung vom Normalmaß abweichende Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktionen auftreten. Während der Untersuchung sitzt der Patient üblicherweise auf einem Hometrainer-ähnlichen Fahrrad und tritt in die Pedale. Gleichzeitig wird das EKG aufgezeichnet und in regelmäßigen Abständen der Blutdruck gemessen.

Echokardiografie

Die Echokardiografie ist eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens, mit der u.a. durch einen dauerhaft zu hohen Blutdruck verursachte Veränderungen der Herzwanddicke ermittelt werden können. Außerdem kann die Auswurfleistung des Herzens gemessen werden, d.h. wie viel Blut das Herz noch in den Kreislauf pumpen kann. Diese Untersuchung wird ausschließlich von auf Kardiologie spezialisierten Fachärzten durchgeführt, die auch über weitere, hoch spezialisierte Untersuchungsverfahren verfügen.

Ultraschall-Untersuchungen können auch an der Halsschlagader stattfinden, wobei hier die Dicke der Arterienwand Auskunft darüber gibt, ob das Gefäßsystem bereits auf erhöhte Druckwerte reagiert hat.

Koronarangiografie

Koronarangiografie
In welchem Zustand sich die Herzkranzgefäße befinden, kann mit einer Kontrastmitteluntersuchung festgestellt werden, der Koronarangiografie. Sie gibt Auskunft darüber, ob und wo Engstellen an den Arterien bestehen, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen. Solche Engstellen können der Ort sein, an dem ein Gefäßverschluss einen Herzinfarkt auslöst.
Da das Kontrastmittel bei der Koronarangiografie direkt durch einen sogenannten Herzkatheter in die Herzkranzgefäße gebracht werden muss, ist diese Untersuchung keine Routineuntersuchung. Eine Koronarangiografie wird daher nur durchgeführt, wenn ein begründeter Verdacht auf das Vorliegen solcher Engstellen in den Herzkranzgefäßen besteht.

Mikroalbuminurie-Test

Ein sehr aussagekräftiger und einfacher Labortest, der einen Hinweis auf eine Schädigung der Nieren geben kann, ist der so genannte Mikroalbuminurie-Test. Dabei wird die Menge eines bestimmten Eiweißes, Albumin genannt, im Urin gemessen. Je mehr Albumin sich im Urin findet, desto schwerer könnten die Nieren geschädigt sein. Da die Albuminausscheidung aber auch andere Ursachen haben kann, sollte der Test nach einiger Zeit nochmals wiederholt werden. Ist er dann immer noch positiv, muss eine Schädigung der Nieren in Betracht gezogen werden. Zusätzlich besteht Verdacht, dass bereits andere Organe durch Schäden an den Gefäßen in Mitleidenschaft gezogen sind.

Weitere Spezialuntersuchungen

Spezialuntersuchungen
Wird vermutet, dass der Bluthochdruck die Nieren bereits geschädigt hat oder aber dass eine Nierenerkrankung Ursache des Hochdrucks sein könnte, können weitere Laboruntersuchungen und bildgebende Untersuchungsverfahren vorgenommen werden. Hierzu gehören beispielsweise die Ultraschalluntersuchung der Nieren und die Computer- oder Kernspintomografie. Diese Untersuchungsverfahren können auch eingesetzt werden, wenn Verdacht auf Schäden an anderen Organen – beispielsweise des Gehirnes - besteht.

Da Bluthochdruck auch die Arterien am Auge schädigen kann, sollten regelmäßig augenärztliche Untersuchungen vorgenommen werden.

Informationen zu den Folgeerkrankungen und Organschäden, die von Bluthochdruck verursacht werden können, finden Sie im
Kapitel "Folgeerkrankungen"
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