Blutdruckmessung und ArztgesprächHypertonie wird erst nach wiederholten Blutdruckmessungen diagnostiziert. Im Gespräch mit dem Patienten erfragt der Arzt weiterführende Informationen und leitet schließlich Routineuntersuchungen ein.Um einen Bluthochdruck sicher zu diagnostizieren, sind wiederholte Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen und möglichst zu unterschiedlichen Tageszeiten notwendig. Vor der am sitzenden Patienten und – zumindest bei der Erstuntersuchung – an beiden Oberarmen vorgenommenen Messung sollte eine Ruhepause von einigen Minuten eingehalten werden.
Verschiedene Formen der Blutdruckmessung![]() Zur Blutdruckmessung wird in der Regel eine aufblasbare Gummimanschette am Oberarm etwa auf Höhe des Herzens angelegt, die mit einem Messgerät verbunden ist. Die Manschette wird aufgepumpt, bis der Druck ausreicht, um die untersuchte Arterie, die das sauerstoffreiche Blut in den Arm transportiert, zusammen zu drücken. Dann wird die Luft langsam wieder abgelassen. Der Messwert, an dem die Fließgeräusche des Blutes wieder hörbar werden, gibt den oberen, den systolischen Blutdruck wieder. Wenn die Töne wieder unhörbar werden, markiert dieser Wert den unteren, den diastolischen Blutdruck. Heute werden diese Fließgeräusche oft nicht mehr mit dem Stethoskop „erlauscht“, sondern digital erfasst, das verbessert die Messgenauigkeit und vermeidet Messfehler. Die Werte werden in "mmHg" (sprich: Millimeter Ha-Ge) angegeben. Dies ist eine Messeinheit für den Druck, die aus der Zeit stammt, als der Blutdruck mit Hilfe einer quecksilbergefüllten Messsäule bestimmt wurde.
Unterscheiden sich die Werte beim rechten und linken Arm - was auch bei gesunden Menschen vorkommen kann – sollte der höhere Wert zur Beurteilung herangezogen werden. Puls- und Blutdruckdifferenzen zwischen dem rechten und linken Arm bzw. Bein können aber unter Umständen auch einen Hinweis auf eine arterielle Verschlusskrankheit geben können. Vgl. hierzu auch
Selbstmessung empfohlen![]() Wird ein Bluthochdruck diagnostiziert, empfiehlt sich die Anschaffung eines Gerätes zur Blutdruckselbstmessung. Wie häufig der Blutdruck gemessen wird, sollte in Absprache mit dem Arzt festgelegt werden. Wenn die Behandlung neu begonnen oder umgestellt wird, wird meist häufiger gemessen, ein stabil eingestellter Patient braucht weniger oft zu messen.
Wichtige Tipps zur Selbstmessung finden Sie im
24-Stunden BlutdruckmessungDie exakteste Auskunft über die genauen Druck- und Pulswerte ergibt die 24-Stunden-Blutdruckmessung, für die ein tragbarer und am Körper zu befestigender Mess-Computer in regelmäßigen Abständen (auch während der Nachtzeit) die Blutdruckwerte ermittelt und speichert. Damit ergibt sich ein zuverlässiges 24-Stunden-Profil, das dem Arzt wichtige Informationen über das Blutdruckverhalten unter alltäglichen Belastungssituationen sowie während der Schlafphasen liefert.
Arztgespräch und körperliche UntersuchungSind erhöhte Blutdruckwerte festgestellt worden, fragt der Arzt im Patientengespräch auch, ob in der Familie bereits Fälle von Bluthochdruck und Folgeerkrankungen vorgekommen sind. Außerdem fließen folgende Aspekte in die Diagnose ein:
![]() Im Verlauf der körperlichen Untersuchung werden Herz, Hals und Lungen abgehört sowie die Nieren und der Augenhintergrund untersucht. Im Labor werden zur Diagnose von Begleiterkrankungen Blut und Urin untersucht, die Hinweise auf die Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfette, bereits vorhandene Nierenschäden oder sekundäre Formen des Bluthochdrucks geben. Gegebenenfalls werden auch noch weiterführende Untersuchungen veranlasst. | ||||||||||||||||||||||