Definition der Hypertonie

Nach Definition der Deutschen Hochdruckliga e. V. liegt bei Blutdruckwerten ab 140/90 mmHg eine Hypertonie vor. Die Grenzwerte sind aber etwas niedriger, wenn der Patient den Blutdruck selbst misst.

Die Blutdruckwerte sind bei keinem Menschen konstant – auch nicht bei einem völlig Gesunden. Bei körperlicher Anstrengung beispielsweise benötigen die Muskeln mehr Sauerstoff, entsprechend wird der Blutdruck gesteigert, um den Anforderungen gerecht zu werden. Der Blutdruck verändert sich aber auch mit der Tageszeit: Nachts ist er am niedrigsten, morgens nach dem Aufstehen, wenn das Kreislaufsystem wieder auf Touren gebracht wird, am höchsten. Dennoch gibt es Grenzwerte, die der Blutdruck – in Ruhe gemessen – nicht überschreiten sollte.
Definition der Hypertonie
Die Deutsche Hochdruckliga e. V. legt als obere Grenze für einen normalen Blutdruck systolische Werte von 140 mmHg und diastolische Werte von 90 mmHg fest. Der optimale Blutdruck ist sogar noch niedriger, nämlich unter 120/80 mmHg. Bei Werten zwischen 120/80 mmHg und 140/90 mmHg ist meist noch keine Behandlung notwendig. Sie kann aber erforderlich werden, wenn der Patient noch andere Risikofaktoren mitbringt, beispielsweise einen zusätzlich bestehende Zuckerkrankheit (medizinisch Diabetes mellitus Vgl. hierzu unten).

Mehrere Messungen sichern die Diagnose

Ein einmal gemessener erhöhter Wert ist noch keine Hypertonie. Er kann höchstens den Verdacht wecken, dass ein Bluthochdruck vorliegt, und sollte zum Anlass genommen werden, der Sache nachzugehen. Um die Diagnose zu stellen, sind wiederholte Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen und möglichst zu verschiednen Uhrzeiten notwendig. Erst dann kann der Arzt beurteilen, ob der Blutdruck tatsächlich erhöht ist.
Für die so genannte 24-Stunden-Blutdruckmessung (mehr dazu auch im Kapitel "Diagnostik") und für die Selbstmessung, die Hochdruckkranken empfohlen wird, gelten niedrigere Grenzwerte als für die „Gelegenheitsmessung“ in der Arztpraxis. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Situation in der Arztpraxis für viele Patienten einen Stressauslöser darstellt, der den Blutdruck erhöhen kann.
Blutdruckgrenzwerte zur Diagnosestellung der Hypertonie bei unterschiedlichen Messverfahren:
Werte über 140/90 mmHg bei Messung in der Arztpraxis
Werte über 135/85 mmHg bei Selbstmessung
Werte über 135/85 mmHg als Mittelwert aller am Tage gemessenen Blutdruckwerte in der 24-Stunden-Messung
Mehr Informationen zur Blutdruckmessung finden Sie auch im
Kapitel "Diagnostik – Blutdruckmessung"

Für Diabetiker und Patienten mit geschädigten Nieren gelten strengere Grenzen

Strengere Grenzen für Diabetiker
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, bei welcher der Körper den mit der Nahrung aufgenommen Zucker nicht richtig verwerten kann und deshalb der Blutzuckerspiegel steigt. Im Volksmund wird der Diabetes mellitus daher auch als Zuckerkrankheit bezeichnet. Da Patienten mit der Zuckerkrankheit generell ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, wird bei ihnen ein strengerer Maßstab für die Blutdruckwerte angelegt: für Diabetiker soll der Blutdruckwert unter 130/80 mmHg liegen.
Gleiches gilt für Patienten, die eine Schädigung der Nieren aufweisen, da die feinen Blutgefäße in den Nieren, die diese zur Ausübung ihrer Filterfunktion benötigen, besonders empfindlich auf Bluthochdruck reagieren. Bei Patienten mit geschädigten Nieren werden daher Blutdruckwerte unter 130/80 mmHg angestrebt.

Schweregrade der Hypertonie

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. definiert verschiedene Kategorien der Hypertonie anhand der gemessenen Werte (s. Tabelle). Fallen systolischer und diastolischer Blutdruck in unterschiedliche Kategorien, sollte die höhere Kategorie berücksichtigt werden.

Tabelle 1: Definitionen und Klassifikationen der Blutdruckstufen (mm Hg)

KategorieSystolischDiastolisch
 
Optimal< 120< 80
Normal120-12980-84
Hoch Normal130-13985-89
Stufe 1 Hypertonie (leicht)140-15990-99
Stufe 2 Hypertonie (mittelschwer)160-179100-109
Stufe 3 Hypertonie (schwer)≥ 180≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie≥ 140< 90
Ist der diastolische Blutdruckwert normal und nur der systolische Wert auf über 140 mmHg erhöht, liegt eine sogenannte isolierte systolische Hypertonie vor, die eine Sonderform der Erkrankung darstellt, jedoch genauso der Behandlung bedarf. Eine systolische Hypertonie findet sich häufig im höheren Lebensalter; dies ist darauf zurückzuführen, dass die Gefäßwände im Laufe des Lebens an Elastizität verlieren.
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