Behandlungsziel Risikoreduktion

Ziel der Hypertonie-Behandlung ist es, das durch den Bluthochdruck gesteigerte Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt möglichst gut zu reduzieren. Dazu muss der Blutdruck konsequent gesenkt werden: auf Werte unter 140/90 mmHg oder für bestimmte Patientengruppen sogar noch weiter. Dabei helfen verschiedene Maßnahmen, wie die Änderung des Lebensstils oder die Verordnung blutdrucksenkender Medikamente.

Behandlungsziel
Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga e. V. liegt der optimale Blutdruck eines gesunden Erwachsenen in Ruhe systolisch bei 120 mmHg und diastolisch bei 80 mmHg. Als normale Blutdruckwerte werden Werte unter 140/90 mmHg bezeichnet. Dieser Wert markiert gleichzeitig das Behandlungsziel für die meisten Hypertoniker.

Für Diabetiker, d.h. für Menschen mit der Zuckerkrankheit, sind die Empfehlungen für den Zielblutdruck auf Grund ihres grundsätzlich höheren Risikos strenger: für sie liegen die oberen Grenzwerte für den normalen Blutdruck für den systolischen Wert bei 130 mmHg und für den diastolischen Wert bei 80 mmHg. Entsprechend ist das Behandlungsziel für Diabetiker, den Blutdruck unter diese Werte zu senken.

Gleiches gilt für Patienten, deren Nieren geschädigt sind: auch hier werden die strengeren Grenzwerte empfohlen, d.h. den Blutdruck auf systolische Werte unter 130 mmHg und den diastolischen Blutdruck auf Werte unter 80 mmHg zu reduzieren.

Das individuelle Risikoprofil zählt

Risikoprofil
Wurde ein Bluthochdruck diagnostiziert, sollten zuerst alle wichtigen Risikofaktoren überprüft und minimiert werden. Dazu gehören sowohl die Untersuchung auf häufige Begleiterkrankungen wie zu hohe Cholesterinspiegel im Blut (Hypercholesterinämie) und die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus als auch der Lebensstil des Patienten, der die Hypertonie verstärken kann. Auch falsche Ernährung, Bewegungsmangel, dauerhafter Stress, Übergewicht sowie eine zu hohe Salzzufuhr können den Blutdruck in die Höhe treiben. Rauchen sollte ebenso vermieden werden wie übermäßiger Alkoholkonsum, weil dieser den Blutdruck ebenfalls ansteigen lässt.

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Kapiteln von "Werden Sie aktiv"

Behandlungsstart mit oder ohne Medikamente

Je nach Höhe des Blutdrucks und des allgemeinen Herz-Kreislauf-Risikos gibt es zwei unterschiedliche Strategien für den Start der Behandlung. Ist der Blutdruck nur mäßig erhöht und liegen sonst keine gravierenden Risikofaktoren vor, wird der Arzt zunächst zu einer Änderung des Lebensstils raten – gesündere, salzarme Ernährung, mehr Sport, weniger Stress. Das kann in diesen leichten Fällen schon ausreichen, um den Blutdruck in den Zielbereich „unter 140/90 mmHg“ zu bringen.
Behandlungsart
Ist der Blutdruck jedoch bereits deutlich erhöht, ist es unwahrscheinlich, dass eine Lebensstiländerung alleine den Blutdruck in ausreichendem Maße senken kann. Das gleiche gilt, wenn ein Mensch aufgrund seiner Risikofaktorenkonstellation als besonders gefährdet eingestuft werden muss – beispielsweise wenn er gleichzeitig an einem Diabetes mellitus leidet. Dann wird sich der Arzt meist sofort für eine medikamentöse Therapie entscheiden.

Wichtig ist, die vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig so einzunehmen, wie er es verordnet hat. Alles andere gefährdet den Erfolg der Behandlung und damit die Gesundheit. Wer Bedenken wegen einer medikamentösen Behandlung seines Hochdrucks hegt, sollte deshalb mit dem Arzt darüber sprechen, statt die Therapie eigenmächtig zu ändern oder abzubrechen.
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